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Berichte und Updates aus meinem Leben
27
Juli 2018

#Berlin2018

© Haspa Marathon Hamburg

Wie bereits durch die Presse bekannt wurde, habe ich am Mittwoch mein Gerichtsverfahren gegen den DLV vor dem Landgericht Darmstadt verloren: Kein Doppelstart für mich bei der EM über 10.000m und Marathon.

Ich war immer der Meinung, dass man bei Erfüllung der von einem Sportfachverband selbstdefinierten Nominierungsrichtlinien auch ein Anrecht auf eine Nominierung für die entsprechende internationale Meisterschaft hat. Nun weiß ich es besser.

Beim Hamburg-Marathon am 29. April habe ich mit deutscher Jahresbestzeit in 2:13:39h die DLV A-Norm (2:14:00h) erfüllt und bei einem kleinen Abendsportfest am 23. Juni in Regensburg mit 28:41,75min die drittschnellste deutsche 10.000m-Zeit in diesem Jahr abgeliefert. Laut DLV-Vorgabe (28:55min) ist auch letzteres gut genug für eine Nominierung, da über 10.000m der Deutsche Meistertitel explizit kein Nominierungskriterium darstellt.

Über Sinn oder Unsinn der Nominierungsrichtlinien des DLVs braucht man glaube ich nicht streiten. Wenn es jedoch diese Richtlinien in ihrer bestehenden Form gibt, ist es unabdingbar, dass die Nominierung nach transparenten Regeln erfolgt und man sich als Athlet darauf verlassen kann – genau das wollte ich mit dem Verfahren erreichen. Leider wurde aber nun genau das Gegenteil bestätigt.

Nach dem Erfüllen der 10.000m-Norm wollte ich unbedingt den Doppelstart wagen und etwas Besonderes erreichen – trotzdem war mir bereits zu Beginn des Verfahrens klar, dass ich nur noch symbolisch und um der Sache Willen für diesen Startplatz kämpfen konnte. Ich wollte Verlässlichkeit und Rechtssicherheit für uns Athleten schaffen. Das war allerdings nicht von Erfolg gekrönt.

In jedem Fall war dieses Verfahren ein Vorgehen „Pflieger gegen DLV“ – in keinster Weise richtete sich dies gegen Sebastian Hendel, den ich als jungen, aufstrebenden Athleten schätze und der seiner bisher schon herausragenden Saison mit einem starken Lauf im Nationaltrikot ein weiteres Highlight hinzufügen wird.

Das Thema „Doppelstart“ hat zweifellos die Gemüter erhitzt und eine Debatte entfacht, die sich schnell verselbstständigt und nachvollziehbarerweise unterschiedliche Meinungen hervorgebracht hat.

Für mich stellte sich nach dem gerichtlichen „Aus“ natürlich die Frage: Was nun?
Und ja, ich habe zwischenzeitlich auch mit dem Gedanken an einen kompletten Verzicht auf die EM gespielt. Aber wem wäre damit geholfen gewesen? Immerhin starten wir Marathonläufer ja auch als Mannschaft beim Europacup.

Ich habe für mich beschlossen, dass ich mir den Traum von der EM im eigenen Land, für den ich in den vergangenen Monaten so hart gekämpft habe, von niemandem nehmen lassen will. Ich wollte zwischenzeitlich den Doppelstart, weil ich unbedingt die Stimmung und Einzigartigkeit der Heim-EM sogar zwei Mal erleben wollte – auf der Straße und im Olympiastadion.

Nun wird dieser Traum sich eben nur einmal erfüllen:  Auf den Straßen von Berlin – der Stadt, in der ich schon so viele tolle Momente meiner Karriere erleben durfte.

Ich freue mich jetzt also darauf, mich voll auf meinen Marathonstart bei #Berlin2018 zu fokussieren.

#nevergiveup #neverdone

Philipp

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