Aus dem Leben

Berichte und Updates aus meinem Leben
08
August 2016

Endspurt auf der #RoadToRio

Knapp zwei Wochen sind es noch bis „meine Spiele“ beginnen. Am 17. August geht mein Nachtflug nach Rio de Janeiro und am 21. August, dem letzten Tag der Olympischen Spiele, steht dann mein ganz persönliches Highlight an: Der Marathon der Männer, der um 9:30 Uhr Ortszeit (14:30 Uhr deutscher Zeit) gestartet wird. Also die perfekte Zeit nach dem sonntäglichen Mittagessen um das live am TV zu verfolgen.

Was gibt es zu sagen zu den letzten Wochen. Nach überstandenen Knieproblemen im Mai musste ich mich Anfang Juni mittels Rosskur wieder zurück in den Marathontrainingsalltag kämpfen und versuchen Trainingsrückstand aufzuholen. Das war vor allem im ersten Höhen-Trainingslager in St. Moritz noch ziemlich zäh und auch wenn ich nach den ersten vier überstandenen Wochen schon wieder recht optimistisch war, musste ich dann bei der EM in Amsterdam im Halbmarathon doch einsehen, dass es ganz so schnell noch nicht wieder geht. Ich war müde und nach einem großen Ausdauerblock auch noch nicht wieder spritzig genug um in meinen Bestleistungsbereich vorzustoßen. Natürlich war ich mit meinem Ergebnis nicht zufrieden, aber mit ein paar Tagen Abstand musste ich mir eingestehen, dass  (eigene) höhere Erwartungen letzten Endes mit der besagten Vorgeschichte auch eigentlich nicht zu erwarten waren. Wenn man dann im Rennen Leidenschaft vor Vernunft den Vorzug gibt und über seinen Verhältnissen anrennt, ist die zweite Hälfte in der Regel vorprogrammiert… Zeit viel nachzugrübeln blieb nicht, wenige Tage später ging es schon wieder weiter nach St. Moritz für die nächste Hypoxie-Maßnahme und damit auch in die zweite Vorbereitungsphase für Rio.

Zu meiner Überraschung passierte dann etwas das ich nach meinem Ergebnis von Amsterdam so gar nicht erwartet hatte. Nach ein paar ruhigen Tagen und überstandener Höhenanpassung begann ich wieder zu „fliegen“. Laufen fühlte sich plötzlich wieder so leicht und gut an, als wäre es das normalste von der Welt – wohlgemerkt bei Wochenumfängen von über 200km.

Ich nahm diesen Flow mit nach Berlin zur #AdidasRunnersCityNight wohin ich nach zweieinhalb Wochen Trainignslager für ein Testrennen geflogen bin. Auch wenn 29:47min für 10km nicht die Welt sein mögen, die Art und Weise wie leicht ich das alleine von vorne laufen konnte gaben mir weiter Sicherheit, dass wir wieder auf einem sehr guten Wege sind. Und ja ok… Gewinnen macht natürlich immer Spaß!

Auch die letzte Trainingswoche lief nochmals richtig gut und steigert natürlich die Vorfreude auf DEN Traum meines sportlichen Schaffens überhaupt. Ich will jetzt gar nicht irgendeine Art von Erwartungshaltung schüren, denn ich bin in meinen Augen immer noch ein absoluter Marathon-Novize mit meinen bisher zwei Versuchen und einem gefinishten Rennen letztes Jahr in Berlin. In Rio werde ich auf ganz andere Kaliber treffen, genau genommen auf die Créme de la Créme der internationalen Marathonszene, aber mir scheint ich habe zur rechten Zeit nochmal die Notbremse gezogen, mir im Mai bewusst eine Auszeit genommen um gesund zu werden und dann fit & frisch die Vorbereitung auf Rio anzugehen. Das war vielleicht am Anfang etwas holprig und hat sicher seine Zeit gebraucht um wieder richtig in Tritt zu kommen und dennoch habe ich seit den letzten Wochen wieder das Gefühl genau zur richtigen Zeit wieder im Saft zu stehen. Und so sage ich mit einer gesunden Portion Zufriedenheit & Zuversicht: Das Abenteuer Olympischer Spiele kann beginnen!

In diesem Sinne,

Euer
Philipp

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